Johannes-Maria Vianney wurde am 8. Mai 1786 in Dardilly, nahe Lyon, als viertes von sechs Kindern geboren. Bekannt ist er heute vor allem als heiliger Pfarrer von Ars. Sein Gedenktag ist der 4. August – sein Todestag.

Seine Mutter weihte Johannes-Maria Vianney schon ganz früh in die religiösen Dinge ein. Die ersten Worte, die sie ihm beibrachte, waren die heiligen Namen „Jesus“ und „Maria“. In dem kleinen Johannes-Maria wuchs bereits in seiner Jugendzeit immer mehr der Wunsch heran, ganz dem lieben Gott zu dienen und Seelen zu retten. Er wollte Priester werden. Doch bis dahin sollte es noch ein langer Weg sein.

Am 28. Mai 1811 empfing Johannes-Maria Vianney die Tonsur, am 23. Juni wurde er zum Diakon und am 13. August 1815 in Grenoble von Bischof Msgr. Simon zum Priester geweiht. Johannes-Maria wurde nach der Weihe zum Vikar in Ècully ernannt. Der junge Kaplan hatte das seltene Glück, einen Heiligen als Lehrer und Vorgesetzten zu haben. Pfarrer Balley wurde immer mehr Vianneys geistlicher Vater, verstarb aber schließlich schon im Winter 1817. Zwei Monate später wurde Johannes-Maria vom Generalvikar zum Pfarrer von Ars ernannt. Von nun an sollte sein Wirken ganz andere Dimensionen bekommen.

Zu dieser Zeit waren die Folgen der Französischen Revolution noch überall erkennbar. Die Kirche in Ars war verwahrlost, die Menschen am Glauben nicht interessiert und es gab auch kein Gemeindeleben. Der Bischof hatte Johannes-Maria einen Wunsch mit auf den Weg geben: „Ihre Aufgabe soll es sein, die Gottesliebe zu wecken.“ Wirklich kein leichter Auftrag, wie sich herausstellen sollte. So flehte er Gott an: „Lass mich meine Gemeinde bekehren.“

Zuerst begann der junge Pfarrer die Kirche zu renovieren und neu einzurichten. Dann gründete er eine Mädchenschule, ein Waisenhaus und verschiedene  Gebetsbruderschaften, und hielt täglich Katechismus-Unterricht für die Kinder. Die Kirche begann sich allmählich zu füllen, besonders wo sich noch herumsprach „was für Predigten“ ihr Pfarrer hielt. Nach neun Jahren war Ars bekehrt.

Bald wurde der Pfarrer auch ein gesuchter Beichtvater, vor allem deshalb, weil er die Gabe hatte die Probleme der Beichtenden und Ratsuchenden intuitiv zu erfassen. Nach und nach wurden Heilungen und Wunder bekannt.

Damit begannen Menschen von überallher, auch aus dem Ausland, in Scharen nach Ars zu pilgern, sogar Bischöfe waren darunter. Sie standen stundenlang vor dem Beichtstuhl angestellt, bis in die Nacht hinein oder schon vor Sonnenaufgang. Mehrmals versuchte der Pfarrer wegen Arbeitsüberlastung aus Ars zu fliehen, doch die Ortsbewohner holten ihn wieder zurück.

Er bettelte den Bischof um Versetzung, dann um Amtsenthebung an, doch vergeblich. Er wurde schließlich schwer krank und konnte nur unter größten Schmerzen seinen Dienst tun.

Er starb am 4. August 1859 – an Überarbeitung.

Im Jahr 1905 wurde Johannes-Maria Vianney, Pfarrer von Ars selig- und am 31. Mai 1925 heiliggesprochen.

1929 wurde Johannes-Maria Vianney zum Patron aller Pfarrer der Welt ernannt.

„Nun wirkt er vom Himmel aus als ‘Patron aller Pfarrer und Seelsorger des ganzen Erdkreises’, still und verborgen wie einst in seinem armen und doch so geliebten Ars - eine brennende Lampe, nein, eine lodernde Fackel, die hell leuchtet auch im Dunkel unserer Zeit.“

 

 

 


Pfarrer von Ars in Aussprüchen seiner Zeit

Bischof von Lyon über ihn : “ Priester wie Johannes - Maria Baptiste Vianney werden der Welt nur einmal in einem Jahrtausend geschenkt.”

Bischof zum Pfarrer von Ars : “Verstehen Sie denn nicht, Monsieur le Cure, dass ich, wenn ich Sie gehen lasse, eine Todsünde begehe, für die ich niemals Absolution erhalten würde ?”

Der Pfarrer von Jassans, der das erste Requiem nach dem Tod des Pfarrers von Ars hielt, sagte :
“Eigentlich müssten die Gewänder weiß sein. Wirklich, ich glaube nicht, dass der Pfarrer von Ars in seinem ganzen Leben je auch nur eine lässliche Sünde begangen hat.”

Um 1830 kamen täglich 300 bis 400 Pilger nach Ars, sodass eine eigene Postwagen - Linie eingerichtet werden musste. Für jene Pilger, die per Bahn anreisten, wurde eine Sonderrückfahrkarte ausgegeben, die eine Woche gültig war, denn so lange mussten die Pilger oft warten, bis sie an die Reihe zur Beichte kamen.

 

 

Geschichten um den Pfarrer von Ars

Einmal hörte er eine Dame aus Paris sagen :
“Du lieber Himmel, das also ist das Männchen, von dem soviel Aufhebens gemacht wird !”
Der Pfarrer sagte zu ihr : “ Ja, Madame, das bin ich, und Sie sind das genaue Gegenteil der Königin von Saba, als sie Salomo besuchte. Denn die Königin sah mehr, als sie erwartet hatte, und Sie sehen weniger.”

Ein wohlbeleibter Priester sagt einmal zum Pfarrer :
“Vater, wenn Sie zum Himmel auffahren, klammere ich mich am Saum, Ihrer Sutane fest.”
Darauf antwortete der Pfarrer :
“Tun Sie alles, nur das nicht. Ich möchte nicht in der Tür stecken bleiben.”

Einmal kam der Kardinal-Erzbischof von Lyon nach Ars um den Pfarrer um Rat zu fragen. Damit dieser aber nicht mit falschen Vorstellungen wegging, sagte er :
“Gott benutzt mich als Werkzeug wie ein Schreiner den Hobel. Wenn Gott einen noch dümmeren und noch weniger würdigen Priester als mich hätte finden können, dann hätte Er sich, um die Größe Seines Erbarmens kundzutun, seiner statt meiner bedient.”

Zu einer behinderten Frau, die unter den vielen Leuten vor der Kirche auf ihn wartete, sagte er “Gehen Sie ! Aber nehmen Sie, um Himmels willen, Ihre Krücken mit !” So wollte er vor den Menschen verheimlichen, dass die Frau geheilt worden war.

Zu einem unaufmerksamen Beter hinten in der Kirche sagte er :
“Der Rosenkranz ist zum Beten da, nicht aber, damit Sie Ihr Einkommen daran nachrechnen.”

Über die Zerstreutheit beim Beten sagte er einmal :
“Fliegen fallen nicht in kochendes Wasser, sondern nur in lauwarmes oder kaltes.”

Als der Pfarrer einmal in der Mittagszeit zwischen den Pilgern durchging, kam gerade ein Jäger mit seinem Hund nach Ars und starrte den Pfarrer an. Dieser blieb vor ihm stehen und fragte :
“Monsieur, wie kommt es, dass Ihre Seele nicht so schön ist wie ihr Hund ?” dann ging er weiter. Bald darauf stellte sich der Jäger vor dem Beichtstuhl an. Als er gebeichtet hatte, sagte der Pfarrer zu ihm : “Werden sie Trappist !” Der Jäger wurde tatsächlich Trappist.

 

 

 

 

„Und wäre einer so heilig

und könnte sogar Wunder tun,

fehlte ihm aber die Liebe,

er käme nicht in den Himmel …“

 

                        Johannes Maria Vianney

JOHANNES MARIA VIANNEY

 

K  i  r  c  h  e  n  p  a  t  r o  n     d  e  r   P  f  a  r  r e 

H  a  s  e n  l  e  i  t  e  n

Statue des Hl. Johannes Maria Vianney

 in der Pfarrkirche

 

    PFARRE HASENLEITEN

 ZUM HL. JOHANNES MARIA VIANNEY

 1110 Wien, Hasenleitengasse 16 

Tel. 01/7675182